Du bestimmst: Zalando oder H&M? Dein Fashion-Einkauf der Zukunft.

Quelle: pixabay
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Mode prägt nicht nur zahlreiche Medien, sondern füllt auch das Programm zahlreicher Blogs, Instagram-Kanäle und YouTube-Videos.
Dabei wird immer mehr Mode online gekauft. Alleine im Jahr 2015 wurden online 18,1 Mrd. € mit Mode umgesetzt. Der stationäre Textilhandel muss sich auf diese veränderten Bedingungen einstellen. Was er tun kann, untersuche ich im Rahmen meiner Bachelor-Arbeit.

Ich würde mich sehr freuen, wenn du meine Arbeit mit deiner Teilnahme an meiner anonymen Online-Konsumentenbefragung zum Thema ‚Mode-Shopping im Einzelhandel‚ unterstützen würdest!

Du entscheidest als Kunde letztendlich mit deinem Kauf oder Nicht-Kauf über Erfolg und Misserfolg eines Händlers.
Daher sind deine Antworten in meiner Umfrage von enormer Wichtigkeit!
Am Ende der Umfrage gibt es für dich als Dank für deine Teilnahme eine kleine Überraschung!
Die Befragung wird nicht länger als 10 Minuten dauern.

Bitte teile diesen Link auch an Freunde und Bekannte, damit möglichst viele an meiner Umfrage teilnehmen und so aussagekräftige Ergebnisse erzielt werden können.

Hier klicken zur Umfrage

Oh my God!: Nackte Athleten im „Dieux du stade“-Kalender 2017

Dieux du stade 2017
© DR / Errikos Andreou / stade.fr

O lala – hier kommt ganz heiße Ware aus Frankreich, meine Damen (und Herren)!

Das wird definitiv ein heißes 2017!
Für den erotischen „Dieux du stade“-Kalender zeigen 30 attraktive Athleten wieder, was sie zu bieten haben…

Nicht zum ersten mal: Der Kalender hat mittlerweile eine lange Tradition.
Seit 2001 lassen jedes Jahr Rugby-Spieler und Sportler aus Frankreich und ganz Europa für dieses optische Appetithäppchen alle Hüllen fallen.

In der 17. Ausgabe des Kalenders für 2017 sind es insgesamt 30 Kerle aus gar 5 sportlichen Disziplinen: Rugby, Handball, Judo, Biathlon & MMA – gemischte Kampfkünste.

In Szene gesetzt wurden die auf- und anregenden Athleten in stilvollen Schwarz-Weiß-Motiven vom griechischen Fotografen Errikos Andreou. Er hat sich dabei auch von den Olympischen Spielen inspirieren lassen und die maskuline Schönheit seiner Modelle ästhetisch festgehalten. Ganz im Sinne der sportlichen Tradition des „Dieux du stade“-Kalenders – was zu deutsch so viel heißt wie „Götter des Stadiums“.
Schon im antiken Griechenland war es üblich, dass die Athleten ihre Wettkämpfe nackt absolvierten.

In diese Tradition reiht sich auch Terry Bouhraoua gerne ein: Der französische Rugby-Spieler ziert das Cover des 17. Kalenders. Von den 7er-Rugby-Wettkämpfen bei den Olympischen Sommerspielen 2016 in Rio zurückgekehrt, macht Terry nun auf dem Cover des Kalenders Appetit auf die anderen Monatsmotive.

Der kunstvolle und erotische Hochglanzkalender (Maße 31 cm x 42,6 cm) ist für 29€ auf der Webseite der französischen Ruby-Mannschaft „Stade Français“ in der Online Boutique erhältlich.
Die attraktiven Athleten freuen sich darauf, auch in Deutschland Frauen- und Männerherzen höher schlagen zu lassen.

Und wer es kaum erwarten kann, bis die ansehnlichen Körper der Sportler auch in den heimischen vier Wänden zuhause sind, erhält im offiziellen Video-Teaser weitere, aufregende Einblicke!

Illusion eines Hits: Lady Gaga enttäuscht mit Comeback-Single „Perfect Illusion“

Quelle: Universal Music
Quelle: Universal Music

Ein origineller, unverwechselbarer Ohrwurm klingt definitiv anders – und vor allem eine Comeback-Single!

Der Druck für Gaga und ihr Team muss groß gewesen sein nach dem schwächelnden Vorgänger-Album „Artpop“ qualitativ wieder eine Schippe draufzupacken.
Doch im Vergleich zu „Perfect Illusion“ hatte selbst „Applause“ als erste Singleauskopplung noch mehr Pfiff.

Der radiofreundliche Track bemüht sich um eine energiegeladene, mitreißende Athmosphäre – doch auch nach mehrmaligem Hören bleibt der Zauber aus Zeiten wie „Poker Face“ oder „Born This Way“ aus.
Die Melodie: Austauschbar, unauffällig und ohne wirklich markanten Ohrwurmcharakter.

Auch der Sound von „Perfect Illusion“ ist bemüht kraftvoll und rockig – und doch lasch. Die Drums klingen dünn und zu dezent, fast kraftlos. Und der rockige Gitarrensound klingt, als hätte man an Gitarristen gespart. Auch hier fehlt der Kick.
Dabei kann Gaga durchaus überzeugend rocken: Man denke an ihren Hit „You And I“.
Doch hier reißt Frau Gaga auch mit ihrer kraftvollen Stimme nichts mehr – leider.

Das Gesamtpaket ist zu unspektakulär und einfach nicht stimmig. Zu austauschbar, zu fad, zu unauffällig, beinahe monoton. Da ist noch deutlich Luft nach oben …
Und das von einer Frau, die für Innovation und Individualität steht.
Ein Lady Gaga-Klassiker der Hausnummer „Poker Face“ oder „Born This Way“ wird das jedenfalls nicht.
Daran wird auch Lady Gagas geplanter Auftritt beim US-Super Bowl 2017 nichts ändern können.

Schlechtes Omen – oder der Anfang vom Ende?
War die Wahl der ersten Singleauskopplung einfach nur unglücklich?
Das wäre ein schlechtes Omen für das folgende Album „Joanne“, welches Ende Oktober 2016 erscheinen soll.
Vielleicht gibt es darauf ja stärkere Kracher.

Oder fehlen Gaga und ihrem Team lediglich die Ideen, wie es mit der musikalischen Marke ‚Lady Gaga‘ weitergehen soll? Es scheint fast, als würde auch das zutreffen – denn „Perfect Illusion“ ist nichts halbes und nichts ganzes.
Kraftvoll und doch farblose B-Ware ohne jeglichen Wiedererkennungswert.
Und dafür hat man fast 3 Jahre auf neuen Gaga-Stoff warten müssen.

Von Kollegin Madonna hat sich Lady Gaga dieses mal offenbar nicht inspirieren lassen – denn dafür ist „Perfect Illusion“ leider zu langweilig.

Perfect Desillusion?
Entscheidet selbst und hört rein:

Pharrell Williams ‚GIRL‘: Girls and good vibrations – Gute Laune mit großen Gästen

(c) SonyMusic
(c) SonyMusic

Comeback 2013
Pharrell Williams hat 2013 zweifelsohne das Überraschungs-Comeback des Jahres hingelegt.
War er nach seinen Erfolgen als Mitglied der „Neptunes“ schon so gut wie in der Versenkung verschwunden, nahm seine Karriere im letzten Jahr wieder neu Fahrt auf.

Erst trat er als Gastsänger in Daft Punk’s Hit „Get Lucky“ in Erscheinung. Dann fungierte er als Gastsänger und Produzent von Robin Thicke’s „Blurred Lines“. Alles Top-Hits in 2013, an denen er maßgeblich beteiligt war – wie schon so oft zuvor: Als Mann im Hintergrund. Pharrell Williams‘ funkiger Sound prägte den Sommer 2013. Ein cooler, lässiger Sound, der einfach gute Laune macht.

Genau das brachte er in seinem Song „Happy“ schwungvoll auf den Punkt. Seit vergangenem Herbst dominiert der Hit nun schon die internationalen Charts, mit dem er sich schließlich selbst ins Rampenlicht traute. Dabei wirkt Pharrell mit 40 Jahren immer noch erstaunlich jugendlich – fast so, als stünde er erst am Anfang seiner Karriere.

Der Hit, der „Happy“ macht

Es ist der Song, der alle „Happy“ macht. Nummer 1 in Deutschland, Großbritannien und der Schweiz, Platz 2 in Österreich und den USA. Die Welt ist infiziert vom „Happy“-Virus. Der Song aus dem Soundtrack zum Animationsfilm „Ich – Einfach Unverbesserlich 2“ ist bei der Oscarverleihung 2014 sogar als bester Filmsong nominiert gewesen. Geschrieben, produziert und aufgenommen wurde der Track von Pharrell selbst.

„GIRL“ – Gute Laune mit großen Gästen

Natürlich darf dieser Superhit auch auf Pharrell Williams‘ neuem Werk „GIRL“ nicht fehlen.
Der Erfolgswelle von „Happy“ wird sich auch der neue Longplayer nicht entziehen können.
Es war fast schon klar, dass recht bald ein Album folgen musste, um an die gigantischen Erfolge aus dem Vorjahr anzuknüpfen. Entsprechend wird auch die erfolgreiche „Happiness“ bewahrt, die dem Hörer – und auch mir – momentan so gut schmeckt.

Musikalisch springt „GIRL“ also auf den Erfolgszug vom letzten Jahr auf.
Geboten wird darauf solider Black-Pop mit vielen Elementen aus Funk. Praller Bass, jedoch nicht zu aggressiv, gibt dem Klang den letzten Schliff.
Der Sound kommt cool, lässig und „Happy“ – keine wirklichen Innovationen, keine großen Experimente und recht aalglatt produziert – aber tanzbar und irgendwie ansteckend.
Genau so unaufdringlich und sympathisch wie Pharrell kommt auch das Album daher und bietet den idealen Soundtrack für den kommenden, hoffentlich sonnigen Frühling und Sommer – und wird ihn schätzungsweise auch musikalisch prägen.

Der funkige Touch des Sounds wird einige Hörer auch an die Disco-Musik der 70er erinnern, wo der Funk ja seine Hochzeit erlebte. Pharrell holt den Sound von damals zurück ins neue Jahrtausend und paart ihn mit runden Bässen und Einflüssen aus Pop, RnB & Black. Dazu schwungvolle Vibes und Melodien fernab jeglicher Depri-Stimmung.

„Marilyn Monroe“ und „Hunter“ erinnern sogar ein wenig an die ersten von Funk & Disco geprägten Solo-Werke des verstorbenen King of Pops Michael Jackson ab Ende der 70er Jahre. Versucht Pharrell gar das schwere Erbe Jackos anzutreten? Musikalisch liefert „GIRL“ da durchaus Material, das würdig in seine Fußstapfen treten könnte.

Stimmlich dagegen ist Pharrell Williams‘ Wiedererkennungswert nicht mit dem eines Michael Jackson zu vergleichen. Pharrells Stimme erinnert eher an die von Prince und kommt in den Songs eher unscheinbar, aber keinesfalls talentfrei, daher.
Offenbar besonders wohl fühlt sich Pharrell im Bereich der hohen Falsett-Töne.
Diese Leidenschaft teilt er mit Kollege Justin Timberlake, mit dem er als Gast auf „Brand New“ um die Wette falsettiert – da fällt es manchmal gar schwer zu unterscheiden, wer ist wer.

So geben die ersten drei Tracks auf „GIRL“ die Tonart für den Rest des Albums vor: Sommer, Sonne, Leichtigkeit – ganz im Sinne von „Happy“.

Und auch wenn „Marilyn Monroe“ klingt, als könnte dieser auch von Timberlake sein, fügt er sich doch in den angenehmen Flow des Albums ein.

So möchte man bei „Gush“ gerne lässig im offenen Cabrio durch die City cruisen und Mädels imponieren.
Bei „Come Get It Bae“, das musikalisch auch an Prince erinnert, kann man nicht ruhig sitzen bleiben, sondern möchte mit den Hüften wackeln. Eine, die das wohl ziemlich gut beherrscht, ist Miley Cyrus, die als Überraschungsgast im Refrain zu schwungvollen Beats von Pharrell zu einer Spritztour auf seinem Motorrad eingeladen wird. Wäre mal was anderes, als auf Abrissbirnen zu reiten.

„Gust of Wind“ kommt dagegen galant, lässig und cool daher und erinnert ein wenig an „Get Lucky“ – kein Wunder, es handelt sich ebenfalls um eine Zusammenarbeit mit Daft Punk. Auch wenn diese hier im Flow deutlich ruhiger ist, so ist sie von der Stimmung und dem Gitarrenspiel dem Daft Punk-Hit doch ähnlich. Die Streicher lassen den Track gleich nochmal eine Nummer eleganter wirken.

Das leicht langatmige „Lost Queen“ (fast 8 Minuten Spielzeit) klingt im Anschluss nochmal ein wenig ruhiger und cooler. Und auch, wenn sich Pharrell mit dem afrikanisch anmutenden Chor um Abwechslung bemüht, so verliert sich der Track manchmal ein wenig in Belanglosigkeiten und wirkt bald etwas ermüdend.

Für Pharrell’s erstes Album beim Sony-Label „Columbia“ hat er sich auch hochkarätige Unterstützung von Soul-Stimme Alicia Keys besorgt. Mit ihr hat er sogar einen weiteren heißen Anwärter auf eine der nächsten Singleauskopplungen aus „GIRL“ geschaffen. Eingängig, fröhlich groovig geht „Know Who You Are“ mit seinem fast Reggae-mäßigem Beat sofort ins Ohr.
Tönt da etwa der nächste Sommerhit der Marke ‚lässig‘? Definitiv ein ganz starker Track mit Hitpotential.

Der Closer „It Girl“ dagegen wirkt, trotz funkigem Beat, etwas belanglos und schwächelt vor sich hin. Der unspektakuläre Refrain langweilt ein wenig. Trotzdem bildet der Track einen stimmigen Abschluss für „GIRL“ – spiegelt er immerhin doch irgendwie das gesamte Album wieder: Einerseits catchy, andererseits nicht viel Neues oder Spannendes. Der Flow ist gut und macht Laune – mehr aber auch nicht.

Aber was ist eigentlich genau das Geheimrezept, das bei „Happy“ schon so ansteckte und auch bei den übrigen Tracks auf „GIRL“ mitreißt? Wirklich in Worte fassen lässt es sich nicht – lebensfrohe Rhythmen, elegante Grooves, runder Bass, ein lässiger und cooler Sound und funkige Gitarren und Bläser, die einen Hauch Leichtigkeit und Heiterkeit versprühen. Dazu hier und da ein paar Streicher.

Und auch, wenn – bis auf das Duett mit Alicia Keys – viele Songs auf „GIRL“ dem Geniestreich „Happy“ in puncto Eingängigkeit nicht ganz das Wasser reichen können, so ist doch ein schönes, rundes Album entstanden, das den fröhlichen Spirit von „Happy“ gut fortzusetzen weiß.

Doch so sehr mir Pharrell’s „GIRL“ durch seine „Happiness“ auch gefällt, so sehe ich jedoch ein Problem:

Der Sound ist, langfristig gesehen, zu austauschbar und wird, bedingt durch den großen Erfolg, sicherlich bald weitere Nachahmer finden. So könnte es passieren, dass sich der coole, lässige, funkige und fröhliche Pharrell Williams-Sound des Albums in einigen Monaten in der schnelllebigen Musikwelt etwas totgedudelt hat. Auch, weil sein Label den momentanen Erfolg sicher so weit wie möglich auskosten wird.

Sollte Williams, der sich spätestens mit „Happy“ und diesem Album definitiv einen Namen gemacht hat, bei seinem Nachfolger dann immer noch auf das gleiche oder ein ähnliches „Sound-Rezept“ setzen, könnte er wieder in der Versenkung verschwinden.

Das Hörvergnügen von „GIRL“ wird durch diese kritische Prognose jedoch aktuell nicht getrübt – der Sound macht einfach Spaß und „Happy“. Und genau das soll „GIRL“ im großen und ganzen auch.
Und Pharrell beweist mit „GIRL“ auch noch ganz nebenbei, dass er durchaus zu einem der vielversprechendsten Künstler des Jahrzehnts werden könnte.

Musikalisch gesehen lässt sich Pharrell Williams durchaus als das schwarze Pendant zu Justin Timberlake bezeichnen und zeigt gleichzeitig, dass man auch in Zukunft durchaus mit ihm rechnen kann.
Man kann „GIRL“ anschmeißen und einfach genießen – 2014 wird definitiv Pharrell Williams‘ Jahr.
Das einzige, was man „GIRL“ vorwerfen könnte, ist, dass es vielleicht doch eine Spur zu unspektakulär ist.

„Artflop“: Sind Lady Gaga auf ‚Artpop‘ die Ideen ausgegangen?

Quelle: Universal Music
Quelle: Universal Music

2 Jahre nach „Born This Way“ meldet sich Lady Gaga mit „Artpop“ musikalisch zurück.

Der Erwartungsdruck ist hoch – schließlich schossen ihre Alben „Born This Way“ und „The Fame“ weltweit auf Spitzenpositionen in den Charts, so zum Beispiel auf Platz 1 in den USA, Deutschland und Großbritannien.

Seit 2008, dem Beginn ihrer Weltkarriere, hatte sie bislang allein 12 Top 10-Singles in den USA und 10 Top 10-Singles in Deutschland. Sie war so erfolgreich, dass es in den Medien immer wieder hieß, sie könne Pop-Göttin Madonna gar den Rang ablaufen.

Doch mit Gagas neuen Album „Artpop“ muss sich Madonna wahrlich keine Sorgen mehr um ihren Pop-Thron machen.

Der Albumtitel „Artpop“ soll ein völlig austauschbares Produkt aufwerten, denn „Artpop“ verhallt leider so gut wie ohne jede nennenswerte Highlights. Was ist an Synthesizer-Effekten, Stampf-Beats, Schrranz-Bass und uninspirierten Melodien bitte „Art“, also Kunst?

Der Vorgänger „Born This Way“ verstand es durch eingängige Pop-Songs und einer Mischung aus Electro, Pop und Rock-Elementen zu überzeugen. Zwar wurde auch experimentiert und verschiedene Stile miteinander kombiniert, das ganze fand jedoch in einer ausgewogenen Mischung statt. Eingängige Songs mit Konzept, Struktur und Wiedererkennungswert, die typisch Lady Gaga sind. Der Sound passte zum jeweiligen Titel, die Titel waren eigenständig und voneinander zu unterscheiden, doch fügten sich zu einem stimmigen Gesamtwerk zusammen.

„Artpop“ dagegen treibt meiner Ansicht nach die Soundexperimente etwas auf die Spitze. Zu viele überladene Elektro-Effekte, aggressive Synthesizer und Elektro-Schrammel-Sound.

Das allein wäre ja nicht tragisch, wenn die Songs in puncto Songwriting und Melodie überzeugen könnten.

Manch einer könnte behaupten, die Lady wolle noch mehr „Gaga“ klingen. Das stimmt sogar – in negativem Sinne. So lässt sich der Sound an sich zwar als „Gaga“-typisch beschreiben, wie man ihn von den Vorgänger-Alben her kennt. 

Das große Manko an „Artpop“ ist jedoch, dass vielen Songs die wirkliche Individualität und Eingängigkeit fehlt.

Als ich das Album das erste Mal hörte, konnte ich teilweise einige Titel kaum voneinander unterscheiden, da sie sich trotz der verschiedenen Elektro-Effekte und Synthesizer vom Sound her doch ähneln. 

Wo sind lebendige Ohrwurm-Melodien, wie bei „Judas“, „Born This Way“ oder „Marry The Night“? 

Vielmehr elektronische Arrangements und Synthesizer, die mittelmäßige Melodien aufwerten sollen.
So klingt alles irgendwie, insgesamt gesehen, nach dem gleichen Sound-Brei.

Melodisch unspektakuläre, mittelmäßige und unscheinbare Kompositionen, denen der vorwiegend elektro-, synthesizer- und beatlastige Sound nicht unterstützend zur Seite springt. Alles klingt irgendwie zu einheitlich, zu aalglatt, zu austauschbar, zu elektronisch.

Dem Album-Opener „Aura“ fehlt es an selbiger und verliert sich zu Beginn in zu vielen Belanglosigkeiten, ehe er sich erst nach knapp 2 Minuten mit einem flotten Refrain entlädt. Dieser ist jedoch nur von kurzer Dauer und die fast gerappten Strophen, die vielen Effekte und der Stampfbeat passen nicht so recht dazu.

„Venus“ knüpft genau da an, wo „Aura“ aufhört. „Venus“ gestaltet sich melodisch etwas spannender und weniger eintönig. Auch soundmäßig ist „Venus“ etwas einheitlicher und verwirrt nicht zu sehr durch zu viele verschiedene Füller und Effekte. Solide, doch nicht wirklich spektakulär.

„G.U.Y.“ hat einen wirklich coolen, eingängigen Refrain und überzeugt durch den Gaga-typischen Elektro-Sound. Auch habe ich den Eindruck, dass „G.U.Y.“ eine deutlichere Song-Struktur hat, wo man Strophe und Refrain besser unterscheiden kann. Eine klare Steigerung zu „Venus“.

„Sexx Dreams“ kommt mit Stampf-Beat etwas verträumt und leicht düster daher. Hat ein bisschen was von Madonna zu „Erotica“-Zeiten. Angenehm, doch nicht wirklich spektakulär. Plätschert für mich eher so dahin.

„Jewels ’n Drugs“ dröhnt mit fetten Bässen und wummernden Beats aus den Boxen – eine fette Hip Hop-Nummer mit krassen Raps von T.I., Twista und Too Shy, die zudem versucht den Gaga-typischen Elektro-Sound ein wenig in den harten Hip Hop-Sound zu integrieren. Für Hip Hop-Fans sicher eine coole Nummer, doch im Grunde ein verzichtbarer Ausflug Gagas in die Welt des harten Raps.

„Manicure“ geht richtig ab und gibt gut Gas. Solider fetter, rockiger Track, der sich jedoch nicht wesentlich steigert.

Die Zusammenarbeit mit R. Kelly mit dem Titel „Do What U Want“ rattert vor lauter treibendem Bass – das verstehe ich unter einem eingängigem Gaga-Song. Ein Arrangement und ein Sound, der zu einer eingängigen Melodie passt wie die Faust aufs Auge. Etwas langsamer, aber dennoch sehr cool und durchaus als eines der Album-Highlights zu werten.

In den digitalen Download-Portalen erschien gar eine Duett-Version mit Christina Aguilera. Zwei Power-Stimmen vereint in einem krachendem Elektro-Song. Hier harmoniert Gagas Stimme sogar noch besser mit ihrem Duettpartner. Wieso hat sie XTina nicht von Anfang an als Duettpartnerin ins Boot geholt?

„Artpop“, der Titeltrack zum Album, verliert sich jedoch wieder in Unscheinbarkeit und plätschert eher so unspektakulär und soundmäßig irgendwie lieblos vor sich hin.

Ein wenig bergauf geht es danach mit „Swine“ – der Refrain zündet zwar ein wenig mehr, als der des vorherigen Titels, doch der Titel verliert sich daraufhin in zu viel Elektro-Synthesizern. Klingt der Refrain noch recht frisch mit seinem stampfigen Beats, folgt darauf gleich ein propellerartiger Effekt und zu viel Elektro-Schrammelei.

Zudem machte ich spätestens bei diesem Titel eine interessante Beobachtung:

Offenbar nutzt Frau Gaga auf „Artpop“ ein recht einfallsloses Rezept für Refrains. Wenn ihr melodisch nicht genug einfällt, wie sie im Refrain wirklich zünden und überzeugen könnte, akzentuiert sie die Refrains mit Beats und Synthesizern, sodass es so klingt, als würde sich der ansonsten eher unspektakuläre Elektro-Song im Refrain erstmals für ein paar Sekunden entfalten und so etwas wie einen Höhepunkt erleben – nur um kurz darauf in belanglosen Elektro-Sounds weiter dahin zu dümpeln.

Gleich bei zwei Songs auf „Artpop“ hat Frau Gaga dieses Schema angewendet. Im Refrain eines unspektakulären Songs feuert sie mal etwas mit Synthesizern ab, setzt dazu gezielt betonende Beats und erweckt den Eindruck eines eingängigen Refrains (der eigentlich kein wirklich eingängiger, sondern eher monoton ist).

Man vergleiche einmal die Machart der Refrains von „Aura“ und „Swine“ – da findet sich ein gewisses Muster wieder.

Beim nächsten Track darf man sich ruhig fragen: Ist das immer noch Lady Gaga oder schon Icona Pop?

Denn in „Donatella“ klingt der Refrain verdächtig nach einem Song von Icona Pop („I Love It“).

Doch abgesehen vom Refrain, der klingt als hätte man ihn schon mal irgendwo besser gehört, ist die Melodie der Strophe wirklich langweilig und unspektakulär. Da kann auch der lebendige Sound nichts herausreißen. Und so klingt der Song ähnlich beliebig und austauschbar wie „Mary Jane Holland“ und „Gypsy“.

Das lahme „Dope“ ist als solches eher zum Einschlafen geeignet. So versucht sich Lady Gaga hier erstmals mit einer Piano-Ballade. Wobei der Begriff Ballade hier eigentlich fehl am Platze ist – im Laufe des Songs dröhnen zu dem Piano pralle Bässe aus den Boxen. Zudem brüllt Gaga die an sich hübsche Ballade im weiteren Verlauf zu sehr, sodass dem netten Titel eine angemessene und optimale Interpretation und Umsetzung vorenthalten wird.

Die erste Single „Applause“ – hier als Schlusstrack des Albums – ist auf „Artpop“ noch einer der spektakuläreren und eingängigeren Titel mit einem gewissen Wiedererkennungswert.

Wäre man ein pedantischer Erbsenzähler, so könnte man bei „Applause“ gar Entleihungen gleich von mehreren Madonna-Titeln feststellen: Der Beat ähnelt dem aus „Give Me All Your Luvin'“, die Tonart erinnert etwas an „Girl Gone Wild“ und das Intro lässt Erinnerungen an „Turn Up The Radio“ wach werden.

Es wäre nicht das erste Mal, dass Gaga für ihre Songs bei Madonna abguckt: Bereits „Born This Way“ klang verdächtig nach Madonnas Klassiker „Express Yourself“. „It feels reductive“ sagte Queen M damals in einem TV-Interview dazu.

Doch „Applause“ ist nicht der einzige Track auf „Artpop“, der etwas zu sehr nach Madonna klingt.

So will Gaga mit „Fashion!“ wohl eine eigene Modehymne à la Madonnas „Vogue“ für die Laufstege dieser Welt liefern. Doch während Madonna mit „Vogue“ Pop und Eleganz wunderbar vereinte, klingt „Fashion!“ eher wie ein Abklatsch von Madonnas „Holiday“. Tonart und Beat sind „Holiday“ zumindest sehr ähnlich, wenn auch nicht völlig identisch.

Auch thematisch geht Gaga bei den neuen Songs nur sehr bedingt Wagnisse ein.

So drehen sich die meisten Songs um Oberflächlichkeiten wie Drogen, Mode, Sex, Ruhm und Aussehen.

Bot sie mit „Born This Way“ noch eine Hymne für Freiheit und Individualität, findet sich auf „Artpop“ auch thematisch nichts weltbewegendes.

Fazit: „Gaga-Klassiker“ wie „Poker Face“ hat Lady Gaga mit ihrem dritten Album „Artpop“ nicht geschaffen.

Auch nach mehrmaligem Hören bleibt leider nicht viel hängen. Der Sound klingt zu einheitlich, die Songs zu unspektakulär, zu austauschbar und zu unscheinbar. Sound und Songs passen zudem auch oft nicht optimal zusammen. Viele der von mir hier als „Highlights“ betitelten Tracks wären auf Alben mit Qualität von „Born This Way“ oder „The Fame“ allenfalls durchschnittliche Tracks.

Wenn man schon ein Album in ein und dem selben Sound macht, sollte der Sound wenigstens richtig zu den Songs passen. Doch so richtig zündet nur sehr wenig – vieles verliert sich, auch thematisch, in Belanglosigkeit und in melodisch überwiegender Monotonie. Keine Innovation, dagegen viel verwirrenden oder überladenen Elektro-Sound und zu viele Synthie-Effekte. Irgendwie hat man das alles irgendwo schon mal besser gehört.

Jeder, der „Artpop“ nicht hört, hat (leider) nichts verpasst. Sind Lady Gaga die Ideen ausgegangen?
Urteilt selbst und hört rein: